Saturday, January 25, 2025

Sein und Nichtsein: Madhyāntavibhāgabhāṣya ad „bhāvābhave … savikalpā dvayāntatā“ (Mv 5.26a–17b)

Auch in Bezug auf das Sein gibt es eine falsche Vorstellung,  die ein Extrem ist; auch in Bezug auf das Nichtsein:

„Die Person ist da, und die Leerheit, die dazu dient, sie zu beseitigen, ist nicht da.“ - durch diese Vorstellung

Um dieses Extrem zweier falscher Vorstellungen zu beseitigen, gibt es einen mittleren Pfad: 

„Die Leerheit ist nicht etwas, das zur Vernichtung der Person führt,

Vielmehr ist die Leerheit selbst leer.“

„Lerrheit des Früheren, Leerheit des Späteren, Leerheit des Gegenwärtigen, etc.“ – so ausführlicher.

(eigene Übersetzung)

 

 


 

Friday, January 17, 2025

Sunday, July 5, 2009

Saundaranandam 3-35

Die Geburtstadt des Buddha enthält sich anläßlich seines Besuchs der 10 negativen Handlungen
(9) kein Übelwollen:

न परस्य कश्चिदपघातमपि च सघृणो व्यचिन्तयत्।
मातृपितृसुतसुहृत्सदृशं स ददर्श तत्र हि परस्परं जनः॥३५॥
na parasya kaścid apaghātam api ca sa-ghṛṇo vyacintayat.
mātṛ-pitṛ-suta-suhṛt-sadṛśaṁ sa dadarśa tatra hi parasparaṁ janaḥ.
Niemand dachte auch nur daran den Anderen wegzuschlagen [?], sondern war voll Mitgefühl.
Denn die Menschen dort betrachteten sich gegenseitig als Mutter, Vater, Sohn oder Freund. (Karttikeya)
Johnston: Everyone too was compassionate and never even thought of hurting others.
For they regarded each other mutually as they would their parents or children or friends.

apaghāta = Abschlagen, Abwehr. ghṛṇā = Mitleid; Geringschätzung, Mißachtung, Ekel.

Thursday, July 2, 2009

Saundaranandam 3-34

Die Geburtstadt des Buddha enthält sich anläßlich seines Besuchs der 10 negativen Handlungen
(8) keine Gier:
मनसा लुलोभ न च जातु परवसुषु गृद्धमानसः।
कामसुखमसुखतो विमृशन् विजहार तृप्त इव तत्र सज्जनः॥३४॥
manasā lulobha na ca jātu, para-vasuṣu gṛddha-mānasaḥ|
kāma-sukham a-sukhato vimṛśan, vijahāra tṛpta iva tatra saj-janaḥ||34||
Die guten Menschen dort begehrten niemals in Gedanken den Besitz eines anderen mit gierigem Herzen.
sie untersuchten das Lust-Glück als Unglück und verweilten so wie satt.
lulobha = Perfekt von lubh, heftig begehren, verlangen nach (mit Lokativ). vasu = Reichtum, Besitz. gṛddha = gierig (mit Lokativ), von gṛdh. mānasa = Herz, Gemüt.

Tuesday, June 23, 2009

Saundaranandam 3.33

Die Geburtstadt des Buddha enthält sich anläßlich seines Besuchs der 10 negativen Handlungen
(4) nicht Lügen; (5) keine unangenehme Rede; (6) keine schädliche glatte Rede; (7) nichtVerleumden :
अनृतं जगाद कश्चिदृतमपि जजल्प नाप्रियम्।
श्लक्ष्णमपि जगावहितं हितमप्युवाच पैशुनाय यत्॥३३॥

anRtaM jagAda na ca kazcid ; Rtam api jajalpa nApriyam
zlakSNam api ca na jagAv ahitaM ; hitam apy uvAca na ca paizunAya yat

Und niemand sagte die Unwahrheit; auch sprach niemand etwas wahres aber unangenehmes ;
und niemand säuselte ewas freundliches aber unwahre; auch sagte niemand eine Wahrheit, die zu einem Rufmord führen könnt. (Karttikeya)

No one said what was untrue or, if true, was unpleasant. No one spoke smoth things which were to the disadvantage of others, avoiding backbiting. (Johnston)

jagāda = Pefekt von gad, sprechen. jajalpa = Pefekt von jalp, sprechen, murmeln. jagāv = jagau = Perfekt von gai, singen.

Sunday, June 21, 2009

Men-An-Tol

Saundaranandam 3.32

Die Geburtstadt des Buddha enthält sich anläßlich seines Besuchs der 10 negativen Handlungen
(3) nicht Ehebrechen:
विभवान्वितोऽपि तरुणोऽपि विषयचपलेन्द्रियोऽपि सन्।
नैव परयुवतीरगमत् परमं हि ता दहनतोऽप्यमन्यत३२
vibhavAnvito 'pi , taruNo 'pi , viSaya-capalendriyo 'pi san ,
naiva ca para-yuvatIr agamat ; paramaM hi tA dahanato 'py amanyata.

Selbst der, der Reichtümer besaß, der jung war und dessen Sinnesorgane durch die Sinnesobjekte unstet waren,
ging nie zu den jungen Frauen von Anderen. Denn er meinte, dass die sogar das Feuer [an Gefährlichkeit] übertreffen. (Karttikeya)

And however rich a man might be, however young, however strirred in his senses by passion he never touched the wives of others; for he deemed them more dangerous than fire. (Johnston)

agamat: thematischer Aorist von der Wurzel gam, gehen. amanyata: Imperfekt Atmanepadam 3. Pers. Singular von man, meinen. capala: unstet. yuvatI: junge Frau.

Monday, June 15, 2009

Saundaranandam 3.31

Die Geburtstadt des Buddha enthält sich anläßlich seines Besuchs der 10 negativen Handlungen
(2) nicht Stehlen:

अकृशोद्यमः कृशधनोऽपि परपरिभवासहोऽपि सन्।
नान्यधनमपहार तथा भुजगादिवान्यविभवाद्धि विव्यथे॥३१॥
a-kRzodyamaH kRza-dhano 'pi para-paribhavAsaho 'pi san;
nAnya-dhanam apahAra tathA bhujagAd ivAnya-vibhvAd dhi vivyathe.
Selbst der, der nur wenig besaß, obwohl er sich nicht wenig angestrengt hatte, und der die Verachtung durch die anderen nicht ertragen konnte, raubte nicht das Eigentum des Anderen. (Karttikeya)

The hardworking man, however poor, however impatient of the contempt of others, similarily did not steal the goods of others; for he shrank from others' wealth as from a snake. (Johnston)

Saundaranandam 3.30

Die Geburtstadt des Buddha enthält sich anläßlich seines Besuchs der 10 negativen Handlungen
(1) nicht Töten:

जिहिंस सूक्ष्ममपि जन्तुमपि परवधोपजीविनः।

किं बत विपुलगुणः कुलजः सदयः सदा किमु मुनेरुपासया३०

na jihiMsa sUkSmam api jantum; api para-vadha-jIvanaH [?];
kiM bata vipula-guNaH kula-jaH; sa-dayaH sadA kimu muner upAsayA.

Selbst der, der vom Töten anderer Lebewesen lebte, tötete nicht einmal ein kleines Tier;
-- erst recht nicht der, der aus guter Familie stammte, voller Tugend war und mitfühlend durch die ständige Verehrung der Weisen. (Karttikeya)

Johnston: Even those, who were accustomed to live by killing others, desisted from hurting any living creature at all, even the most insignificant one;
how much more then did the man of good family, great virtue and pity ever do so? Still more so he who served the sage.

Friday, November 21, 2008

Srngarasataka 35

संसारे ऽस्मिन्नसारे कुनृपतिभवनद्वारसेवाकलङ्के
व्यासङ्गव्यस्तधैर्यं कथममलधियो मानसं संविदध्युः |
यद्येताः प्रोद्यदिन्दुद्युतिनिचयभृतो स्युरम्भोजनेत्राः
प्रेङ्खत्काञ्चीकलापाः स्तनभरविनमन्मध्यभाजस्तरुण्यः ||5||
saṃsāre 'sminn asāre / kunṛpati-bhavana- / dvāra-sevā-kalaṅke
vyāsaṅga-vyasta-dhairyaṃ / katham amala-dhiyo / mānasaṃ vā vidadhyuḥ |
yady etāḥ prodyad-indu- / dyuti-nicaya-bhṛto / na syur ambhoja-netrāḥ
preṅkhat-kāñcī-kalāpāḥ / stana-bhara-vinaman- / madhya-bhājas taruṇyaḥ ||
An dieser oberflächlichen Welt, befleckt durch den Dienst am Palasttor des Tyrannen,
würde keiner hängen, der vernünftig ist, und damit seine ernste Ruhe stören;
wenn da nicht diese lotosäugigen Mädchen wären, die den Glanz des aufgehenden Mondes tragen,
mit schaukelndem Gürtel und durch die Last der Brüste gebäugter Taillie.

Metrum: 21 Sragdharā - - - - v - - / v v v v v v - / - v - - v - -

kalaṅka = m. Fleck Makel. vyasta = zerteilt, gesondert. vidadhyuḥ = Optativ 3. Pl. P. vidhā = verteilen, einteilen, zuteilen, gewähren, anordenn, zuweisen, bestimme, festsetzen, einricheten, thun, machen, schaffen, vollziehen, ... preṅkhat = pra-īṅkh = schaukeln, schütteln. kalāpa = Bund, Bündel, Menge. kāñcīkalāpa = Gürtel

Kosambi 35 = Chowkhamba 31, Stoler Miller 97.

Monday, November 17, 2008

Srngarasataka 34

यदेतत् पूर्णेन्दुद्युतिहरमुदाराकृतिधरं
मुखाब्जं तन्वङ्ग्याः किल वसति यत्राधरमधु |
इदं तत् किंपाकद्रुमफलमतीव विरसं
व्यतीतेऽस्मिन् काले विषमिव भविष्यत्यसुखदम् || 4 ||
yad etat pūrṇêndu- / dyuti-haram udārâkṛti-dharaṃ
mukhâbjaṃ tanv-aṅgyāḥ / kila vasati yatrâdhara-madhu |
idaṃ tat kiṃpāka- / druma-phalam atīva virasaṃ
vyatīte 'smin kāle / viṣam iva bhaviṣyaty a-sukha-dam || 34 ||
Dieses einem Lotos gleichende Gesicht einer Frau mit schlanken Gliedern, in dem es Lippen-Honig gibt;
das dem vollen Mond den Glanz nimmt, und das eine edle Form trägt:
das wird wenn diese Zeit vergangen ist zur einer sauren Frucht
ohne jeden Geschmack – wie zu einem Gift, das Schmerz bereitet.
vas = vasati = wohnen. udāra = edel
Kosambi 34 = Chowkhamba 48. Stoler Miller 96.
Metrum: śikhariṇī (17) v - - - - - | v v v v v - - v v v -

Saturday, November 15, 2008

Srngarasataka 33

सन्मार्गे तावदास्ते प्रभवति नरस्तावदेवेन्द्रियाणां
लज्जां तावद्विधत्ते विनयमपि समालम्बते तावदेव |
भ्रूचापाकृष्टमुक्ताः श्रवणपथजुषो नीलपक्ष्माण एते
यावल्लीलावतीनां हृदि धृतिमुषो दृष्टिबाणाः पतन्ति || ३३ ||
san-mārge tāvad āste / prabhavati ca naras / tāvad evêndriyāṇāṃ
lajjāṃ tāvad vidhatte / vinayam api samālambate tāvad eva |
bhrū-cāpâkṛṣṭa-muktāḥ / śravaṇa-patha-juṣo / nīla-pakṣmāṇa ete
yāval līlāvatīnāṃ / hṛdi na dhṛti-muṣo / dṛṣṭi-bāṇāḥ patanti || 33 ||
Ein Mann bleibt solange auf dem Pfad der Guten, und beherrscht solange seine Sinne,
schämt sich so lange, hält sich selbst an seine gute Erziehung nur so lange,
bis die mit dem Augenbrauen-Bogen gespannt und abgschossenen, bis zu den Ohren reichenden, schwarz-bewimperten
Blick-Pfeile der schönen Frauen in sein Herz treffen und seine Festigkeit rauben.

samā-lamb sich halten an, sich stützen auf. vinaya = Erziehung, Zucht, Anstand, Bescheidenheit. juṣ = an ... Gefallen finden; sich in ... aufhalten,

Kosambi 33 = Chowkhamba 74. Stoler Miller 95.
Metrum: 21 Sragdharā - - - - v - - / v v v v v v - / - v - - v - -

Friday, November 7, 2008

Srngarasataka 32

नो सत्येन मृगाङ्क एष वदनीभूतो चेन्दीवर-
द्वन्द्वं लोचनतां गतं कनकैरप्यङ्गयष्टिः कृता |
किन्त्वेवं कविभिः प्रतारितमनास्तत्त्वं विजानन्नपि
त्वग्मांसास्थिमयं वपुर्मृगदृशां मन्दो जनः सेवते ||2||
no satyena mṛgāṅka eṣa vadanī- / bhūto , na cendīvara-
dvandvaṃ locanatāṃ gataṃ / na kanakair apy aṅga-yaṣṭiḥ kṛtā |
kintv evaṃ kavibhiḥ pratārita-manās / tattvaṃ vijānann api
tvag-māṃsāsthi-mayaṃ vapur mṛga-dṛśāṃ / mando janaḥ sevate ||32||
Der Mond ist hier nicht wirklich zum Gesicht geworden; das Indīvara-Blüten-Paar
nicht wirklich zu Augen; und auch die Glieder sind nicht aus Gold gemacht:
aber da ihr Herz von den Dichtern so betrogen wurde, geben sich die Einfältigen,
obwohl sie die Wahrheit kennen, dem Körper der Gazellenäugigen hin, der aus Haut, Fleich und Knochen ist.
manda = einfältig. pratārita = Kaus, von tṛṛ = betrügen.
Kosambi 32 = Chowkhamba 46,
Metrum: 19 - - - v v – v – v v v - / - - v - - v - Śārdūlavikrīḍita

Tuesday, November 4, 2008

Srngarasataka 31

आवर्तः संशयानामविनयभवनं पत्तनं साहसानां
दोषाणां सन्निधानं कपटशतमयं क्षेत्रमप्रत्ययानाम् |
स्वर्गद्वारस्य विघ्नो नरकपुरमुखं सर्वमायाकरण्डं
स्त्रीयन्त्रं केन सृष्टं विषममृतमयं प्राणिलोकस्य पाशः ||1||
āvartaḥ saṃśayānām / avinaya-bhavanaṃ / pattanaṃ sāhasānāṃ
doṣāṇāṃ sannidhānaṃ / kapaṭa-śata-mayaṃ / kṣetram apratyayānām |
svarga-dvārasya vighno / naraka-pura-mukhaṃ / sarva-māyā-karaṇḍaṃ
strī-yantraṃ kena sṛṣṭaṃ / viṣam amṛtamayaṃ / prāṇi-lokasya pāśaḥ ||31 ||
Ein Strudel von Zweifeln; ein Tempel des schlechten Betragens; eine Stadt der Hektik;
ein Hort der Fehler; aus hundert Betrügereien bestehend; ein Feld des Mißtrauens;
ein Hindernis vor dem Himmelstor; der Schlund der Hölle; eine Büchse mit allen Täuschungen:
wer hat diesea Frauen-Werkzeug geschaffen? dieses Gift aus Nektar; die Fessel alles Lebendigen?
Kosambi 31 = Chowkhamba 45 Metrum = Sragdhāra (- - - - v - - / v v v v v v - / - v - - v - - )

Saturday, November 1, 2008

Srngarasataka 30

स्मृता भवति तापाय दृष्टा चोन्मादकारिणी |
स्पृष्टा भवति मोहाय सा नाम दयिता कथम् || 0 ||
smṛtā bhavati tāpāya / dṛṣṭā cônmāda-kāriṇī |
spṛṣṭā bhavati mohāya / sā nāma dayitā katham ? || 30 ||
Wenn man an sie denkt bereitet sie Schmerzen;
wenn man sie sieht, gerät man in Raserei;
wenn man sie berührt, verliert man den Verstand:
wie kann sie denn eine „Geliebte“ sein?
tāpa = Hitze Qual Glut Schmerz. unmāda = Raserei, Tollheit. moha = Verwirrung, Bethörung, Verblendung, Irrtum, Unverstand. dayitā = die Gattin, die Geliebte von day = teilnehmen an.

Kosambi 30 = Chowkhamba 42 Metrum = Anuṣṭubh.

Saturday, October 25, 2008

Srngarasataka 29


स्मितं किञ्चिद्वक्त्रं सरलतरलो दृष्टिविभवः
परिस्पन्दो वाचामभिनवविलासोक्तिसरसः |
गतीनामारम्भः किशलयितलीलापरिकरः
स्पृशन्त्यास्तारुण्यं किमिव न हि रम्यं मृगदृशः
|| 29 |
smitaṃ kiñcid vaktraṃ / sarala-taralo dṛṣṭi-vibhavaḥ
parispando vācām / abhinava-vilāsokti-sarasaḥ |
gatīnām ārambhaḥ / kiśalayita-līlā-parikaraḥ
spṛśantyās tāruṇyaṃ / kim iva na hi ramyaṃ mṛgadṛśaḥ || 29 ||
Das leicht lächelndes Gesicht; die schlichte und schwankende Augenmacht;
das Zittern der Stimme; der Wortreiz frischer Verliebtheit;
der Beginn der Bewegungen [?]; die knospende Scherzmenge:
was ist an einer jungen Frau, die gerade das Jugendalter berührt, nicht lieblich?
sarala = gerade, richtig, ehrlich, schlicht. vibhava = Reichtum, Würde, Macht, Stellung, Herrschaft, Allgegenwart. parispanda = Zuckung, Bewegung. ārambha = Anfang, Unternehmung. parikara = Umgebung, Dienerschaft, Beistand, Hilfsmittel, ; Menge, Schaar. ramya = angenehm, lieblich.

Kosmabi 29 = Chowkhamba 6 = Stoler Miller 93.
Metrum = Śikhariṇī ( v - - - - - / v v v v v - - v v v - )

Saturday, October 18, 2008

Srngarasataka 28

भ्रूचातुर्याकुञ्चिताक्षाः कटाक्षाः
स्निग्धा वाचो लज्जितान्ताश्च हासाः |
लीलामन्दं प्रस्थितं स्थितं
स्त्रीणामेतद्भूषणं चायुधं || 28 ||
bhrū-cāturyâkuñcitâkṣāḥ kaṭākṣāḥ;
snigdhā vāco; / lajjitântāś ca hāsāḥ; |
līlā-mandaṃ / prasthitaṃ ca sthitaṃ ca:
strīṇām etad bhūṣaṇaṃ câyudhaṃ ca. || 28 ||
Seitenblicke, durch die die Augen mit der Gewandtheit der Brauen zusammenngezogen sind;
eine sanfte Stimme; verschämtes Kichern;
spielerisch-langsames Weggehen und Stehenbleiben:
das ist der Schmuck der Frauen – und ihre Waffe.
cāturya = Gewandheit, Anmut. snigdha = klebrig, feucht, glatt, sanft, mild, anhänglich, zugethan, lieb. snigdhāḥ vāco = f. pl. līlā im Instr. o. ifc. = im Spiel, zum Scherz, zum Schein.

= Chowkhamba 3.
Metrum = Śālinī ( - - - - / - v - - v - -)

Friday, October 17, 2008

Srngarasataka 27

नामृतं विषं किञ्चिद्
एकां मुक्त्वा नितम्बिनीम् |
सैवामृतलता रक्ता
विरक्ता विषवल्लरी || 27 ||
nāmṛtaṃ, na viṣaṃ kiñcid,
ekāṃ muktvā nitambinīm. |
saivāmṛta-latā raktā,
viraktā viṣa-vallarī. || 27 ||
Es gibt keinen solchen Nektar und kein solches Gift,
wie eine üppig-schöne Frau.
Wenn sie liebt ist sie eine Nektar-Liane;
gleichgültig geworden eine Giftranke.
Wörtlich: „Es gibt keinen Nekatar..., außer einzig eine ....“
latā = Liane, Ranke. vallarī = Ranke.
Nenne nur das Weib! und weder Gift noch Nektar gibt es sonst;
Abgeneigt ist sie ein Giftbaum, zugeneigt ein Nektarzweig. (Rückert)
= Chowkhamba 44. Metrum = Anuṣṭubh

Friday, October 10, 2008

Srngarasataka 26

वक्त्रं चन्द्रविडम्बि पङ्कजपरीहासक्षमे लोचने
वर्णः स्वर्णमपाकरिष्णुरलिनीजिष्णुः कचानां चयः |
वक्षोजाविभकुम्भविभ्रमहरौ गुर्वी नितम्बस्थली
वाचां हारिषु मार्दवं युवतिषु स्वाभाविकं मण्डनम् ||26||
vaktraṃ candra-viḍambi , paṅkaja-parīhāsa-kṣame locane
varṇaḥ svarṇam apākariṣṇur , alinī- / jiṣṇuḥ kacānāṃ cayaḥ |
vakṣojāv ibha-kumbha-vibhrama-harau / gurvī nitamba-sthalī
vācāṃ hāriṣu mārdavaṃ yuvatiṣu / svābhāvikaṃ maṇḍanam ||26||
Ein Gesicht, das den Mond nachahmt; Augen, die Lotosblüten verspotten können;
eine Farbe, die Gold vertreibt; Haare, die Bienen besiegen;
Brüste, die die Lieblichkeit des Elefantenschädels rauben; einen Hintern, der gewichtig ist
und Sanftheit der Stimme sind der natürliche Schmuck entzückender Mädchen.
viḍambin = nachahmend, ähnlich, verspottend, entweihend. parīhāsa = parihāsa, d.h. Scherz, Spott. apākṛ = fortschaffen, vertreiben, beseitigen, vertilgen. alinī = Biene. kaca = Haupthaar. vakṣo-ja = Brustgeboren. hāra = entzückend.

= Chowkhamba 5; Metrum = Śārdūlavikrīḍita (- - - v v – v – v v v - / - - v - - v -)

Wednesday, October 8, 2008

Srngarasataka 25

क्वचित्सुभ्रूभङ्गैः क्वचिदपि लज्जापरिगतैः
क्वचिद् भीतित्रस्तैः क्वचिदपि लीलाविलसितैः ||
कुमारीनामेतैर्वदनसुभगैर्नेत्रवलितैः
क्वचिल्लीलाब्जानां प्रकरपरिकीर्णा इव दिशः || 25||
kvacit su-bhrū-bhaṅgaiḥ, / kvacid api ca lajjā-parigataiḥ
kvacid bhīti-trastaiḥ, / kvacid api ca līlā-vilasitaiḥ ||
kumārīnām etair / vadana-subhagair netra-valitaiḥ
kvacil līlābjānāṃ / prakara-parikīrṇā iva diśaḥ || 25 ||
Irgendwo runzeln sie die schönen Augenbrauen;
irgendwo sind sie schamerfüllt;
irgendwo durch eine Angst erschreckt;
irgendwo leuchten sie auf im Scherzen:
mit diese durch die Gesichter hübschen Augen-Bewegungen
der Mädchen
sind die Himmelsrichtungen gleichsam irgendwo bestreut mit einer Menge
von Lotosblüten.
val = sich wenden; sich äußern, zeigen. valita = gewandt, gebogen; begleitet von, verbunden mit (ifc.) Dhanasaragani: vibhramaiḥ. prakara = Haufen, Menge.
Metrum: Śikhariṇī